Mein Eindruck, warum sich Gespräche über KI so ermüdend anfühlen: Wir führen nicht eine Debatte, sondern zwei.
Raum 1: Die Überzeugten.
Sie haben den Nutzen gesehen. Schnellere Zyklen, bessere Entwürfe, hilfreiche Agenten. Ihre Frage ist nicht: Warum machen wir nicht längst mehr davon?
Raum 2: Die Vor-dem-Einstieg-Stehenden.
Kluge, verantwortungsbewusste Menschen, die noch unsicher sind. Ihre Frage ist: Warum in ein unbekanntes Risiko springen, wenn sich der Boden ständig bewegt?
Ich verstehe beide Seiten. Aber die Gespräche verpassen einander oft wie zwei Schiffe in der Nacht.
Die einen sprechen über Geschwindigkeit und erste Erfolge. Die anderen hören Hype und Risiko. Die einen wollen Piloten. Die anderen wollen Belege. Die einen wollen loslegen. Die anderen wollen erst Kontext.
Das Ergebnis: Meta-Müdigkeit. Nicht wegen KI selbst, sondern wegen unterschiedlicher Ausgangspunkte und Gesprächen, die auf der falschen Etage beginnen.
Der bessere Weg:
- Neu anfangen.
- Dieselben Fragen stellen.
- Sich in die Perspektive der anderen Seite hineinversetzen.
- Regelmäßig Notizen vergleichen.
- Rollen verteilen: eine Person treibt den Piloten, eine definiert KPIs, eine dritte misst Ergebnisse.
So ist laufender Austausch eingebaut. Verantwortung wird geteilt. Erfolg liegt im gemeinsamen Interesse.
Und dann: erst nach Daten debattieren.
Denn ein Erfolg kann auch die Erkenntnis sein, dass ein Use Case keine weitere Investition rechtfertigt. Erst Neugier, dann Gewissheit.
Kurz gesagt: Wenn wir schon nicht im selben Meetingraum sind, sollten wir wenigstens im Flur miteinander sprechen.
Einverstanden? Andere Beobachtung?