Home Blog Nicht-Marketer müssen immer noch verstehen, was Marketing eigentlich ist.

Nicht-Marketer müssen immer noch verstehen, was Marketing eigentlich ist.

Thorsten Rhode · 8. April 2026

MarketingStrategieGo-To-MarketBereichsübergreifend

Mein Post aus der vergangenen Woche hat diesen Kommentar ausgelöst, und ich bekomme ihn nicht aus dem Kopf — weil er wahr klang. Unheimlich wahr.

Was mich noch mehr beschäftigt hat: Es ist nur die Hälfte des Problems.

Marketing fühlt sich oft an wie die eine Funktion im Unternehmen, die sich ständig erklären muss. Gegenüber Menschen, deren gesamtes Verständnis dieser Disziplin offenbar daraus besteht, täglich Werbung ausgesetzt zu sein.

Stellen Sie sich vor, man würde dem CFO erklären, sein Job müsse erst einmal erläutert werden, weil man selbst schon einmal einen Taschenrechner benutzt hat.

Gleichzeitig erwarten genau die Kolleginnen und Kollegen, die bei "Marketing" die Augen verdrehen, dass Marketing ihre Welt fließend versteht — Produkt-Roadmap, Sales-Pipeline, operative Einschränkungen, Finanzmodell. Und fair enough: Marketing sollte all das verstehen. Das gehört zum Job.

Mein Problem? Die ASYMMETRIE. Einseitige Fluency ist keine Partnerschaft. Für mich heißt das nur, Ignoranz zu kompensieren. Ob absichtlich oder nicht, ist eine eigene Diskussion.

Der WEG NACH VORN kann nicht das nächste Marketing-Erklärdeck sein, das sich eher wie eine Rechtfertigung anfühlt.

Stattdessen: Go-To-Market als Teil des Systems. Beispiele:

/ Gemeinsame Verantwortung für den Funnel. Sales "bekommt" keine Leads von Marketing — Sales und Marketing verantworten die Pipeline gemeinsam. Gleicher Raum. Gleiche Zahlen. Gleiche Verantwortung.

/ Marketing in Produktentscheidungen. Nicht als höflicher Review am Ende. Sondern als Gate am Anfang. Positionierung, Pricing, Segmentierung und Customer Insight gehören in die Produktdiskussion — weil genau das die Marketing Value Chain ist.

/ Customer Intelligence als gemeinsames Asset. Voice-of-Customer, Segmentierung, Win/Loss — von Marketing geführt, aber als permanenter Input für Sales Enablement, Produkt-Roadmap und Pricing genutzt. Laufend.

In den erfolgreichsten Unternehmen, mit denen ich gearbeitet habe, erklärt niemand irgendwem "Marketing". Es ist bereits ein natürlicher Teil der Wertschöpfungskette — neben Produkt, Sales und Finance, nicht dahinter. Die Frage, was Marketing ist, stellt sich nicht, weil die Antwort sichtbar wird in der Art, wie Entscheidungen getroffen werden.

Neugierig auf positive Beispiele — vielleicht sogar mit Vorher-Nachher?

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